David Murray

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Der Tenor-Saxofonist, Bass-Klarinettist und Komponist David Murray ist lange im Geschäft. 1975 siedelt er als College-Absolvent von Los Angeles nach New York über. Bis dahin unterrichtet von angesehenen Musikern wie Arthur Blythe und Stanley Crouch, taucht der junge Murray ein in das pulsierende Jazzleben Big Apples.

An der Seite von Cecil Taylor, Dewey Redman, Don Cherry, Lester Bowie u.a. verschafft er sich schnell Gehör und gründet nur ein Jahr darauf zusammen mit Oliver Lake, Hamiet Bluiett and Julius Hemphilldas das mittlerweile legendäre World Saxophone Quartet.

Seit jener Zeit hat David Murray auf weit über 200 (!) Tonträgern sein überragendes Talent demonstriert. Solo, Trio, Quartett, Oktett und Bigband – es gibt kaum ein Konzept, das der 52-Jährige im Verlauf seiner Karriere nicht umgesetzt hat, und das immer wieder in beeindruckender Manier.

David Murray ist eine Klasse für sich, er muss niemanderem mehr etwas beweisen – und macht es dennoch mit jedem neuen Tonträger: Genialität lässt sich nicht leugnen!

So besticht der Virtuose auch auf seinem Longplayer „Sacred Ground“ mit sehr ausgereiften Kompositionen und Arrangements sowie seinem überaus facettenreichen, verschiedene Techniken und Stilrichtungen zusammenführenden Saxofon-und Klarinettenspiel. Elegant und ungezügelt,verhalten und überschäumend, einschmeichelnd und eindringlich – auf "Sacred Ground" überrascht David Murray mit vielen Temperamenten.

Ein wahres Klangerlebnis und ein Ausrufezeichen in Zeiten von unverbindlicher Smoothjazz-Langeweile.

Eingespielt hat er das Werk mit dem jungen Pianisten Lafayette Gilchrist, der arrivierten Sängerin Cassandra Wilson sowie den alten Weggefährten Schlagzeuger Andrew Cyrilleund Bassist Ray Drummond.

Über 25 Jahre zurück reicht auch David Murrays Musikalische Beziehung zu Ishmael Reed, der auf dem Album für die beiden Lyrics ("Sacred Ground", "The Prophet Of Doom") verantwortlich zeichnet und zudem die Liner Notes geschrieben hat.

Veröffentlicht ist „Sacred Ground“ auf dem italienischen Black Saint Label, das seit seiner Gründung 1975 unzählige Künstlern eine Heimat geben hat, u.a. bekannten Namen wie Chico Freeman, Lee Konitz, Max Roach, Archie Shepp und Kenny Wheeler. So auch David Murray, der auf dem Label mit dem Black Saint Quartet von 1978 bis 1997 insgesamt 17 Longplayer vorgelegt hat.

CD - Sacred Ground

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